Europäische Urbanität – Urbanität neu erfinden
Composition Urbaine

Composition Urbaine
Dietikon
Winner
Toshihiro Kubota (JP)
Yves Bachmann (CH)
Remy Turquin (FR)
Øyvind Vessia (NO)
Eine Ansammlung von Gebäuden macht noch keine Stadt aus. Jedes Gebäude ist ein Puzzleteil, das seinen Platz im Bebauungsplan hat. Zusammen ergeben sie ein Gesamtbild. Bei einem städtebaulichen Projekt werden die Gebäude auf den einzelnen Grundstücken nicht von einem einzigen Architekten entworfen, da jedes Grundstück mehreren Architekten zugewiesen wird. Im Entwurf entsprechen Größe, Lage und Standort des Grundstücks der festgelegten Funktion. Die Form des Grundstücks ist festgelegt, und innerhalb dieser können verschiedene Formen und Geschichten entworfen werden. Die Häuser und Fassaden werden aus Holz gebaut, einem nachwachsenden Material, das Kohlenstoff bindet. Die Dächer sind mit Pflanzen und Solarmodulen bedeckt. Die Innenräume sind mit einem Wintergarten oder einem bioklimatischen Bereich ausgestattet. Ein gemeinsamer Bio-Garten spielt zudem eine wichtige soziale Rolle.
Remonte-Pente

Remonte-Pente
La Chaux-de-Fonds
Winner
Pierre Brochot (FR)
Benoit Coulondres (FR)
Bastien Fencke (FR)
Florence Gaudin (FR)
Philippe Lamige (FR)
Die gewählte Strategie besteht darin, das Potenzial neu zu interpretieren und zur Geltung zu bringen, anstatt das bestehende Gleichgewicht grundlegend zu verändern. Der Schlüssel zur Stadterneuerung liegt darin, für jeden Einzelfall spezifische Lösungen zu finden, anstatt eine allgemeine Haltung gegenüber der Stadt zu vertreten. Diese Haltung spiegelt sich in dem Bestreben wider, sowohl in programmatischer als auch in architektonischer Hinsicht möglichst geringe Eingriffe zu erzielen. Die natürliche Landschaft ist eine treibende Kraft des Projekts, sowohl hinsichtlich seiner Gestaltung, die die Höhenunterschiede nutzt, als auch um Lichtverhältnisse und Ausblicke zu schaffen. Der Felsen als Rückgrat des Projekts bündelt die Zugänge für Fußgänger und Fahrzeuge sowie die Hälfte der Wohnungen. Er schmiegt sich an das natürliche Relief an. Die Blöcke gliedern das Gelände und bieten vielfältige Wohnformen, von gemeinschaftlich bis individuell. Der Parkplatz profitiert von den Vorzügen der Aussicht und des Lichts.
Sur La Pointe Des Pieds

Sur La Pointe Des Pieds
La Chaux-de-Fonds
Special Mention
Valtteri Osara (FI)
Elina Alatalo (FI)
Jaakko Hauru (FI)
Outi Pirhonen (FI)
Dieser auf den ersten Blick einfache Standort weist jedoch einen schwierigen Bereich hinsichtlich Wohnen und Mobilität auf. Das Projekt sieht einen „Anpassungsstreifen“ vor, der nur minimale Auswirkungen auf den Hügel hat, sich frei entfaltet und durch das Gebäude nur geringfügig verändert wird. Das neue Gebäude, das als Erweiterung des Stadtviertels „Esplanade“ konzipiert ist, hebt den Hügel hervor und vermeidet den Bau neuer Straßen. Die präzise Abgrenzung des Raums, der im Osten zum Wald hin ausgerichtet ist, trägt dazu bei, die allgemeine Morphologie der Stadt zu definieren. Das Projekt bringt die Natur wieder in den Alltag zurück und reduziert gleichzeitig den Bedarf an Landschaftsgestaltung. Die Natur und die neue Dachlandschaft stehen in einer eher informellen und individuellen Wechselbeziehung zueinander. Der neue Anbau hebt sich als Orientierungspunkt hervor, ohne die Fähigkeit des Standorts zu beeinträchtigen, seine eigene Identität zum Ausdruck zu bringen.
Colonie De Synapses

Colonie De Synapses
Montreux
Winner
Lapo Rufi (IT)
Antonio Monaci (IT)
Vanessa Giandonati (CH)
Lorenzo Santini (IT)
Benedetta Agostini (IT)
Francesca Nesi (IT)
Ilaria Rauty (IT)
Die Hauptziele dieses Projekts bestehen darin, eine attraktive Bebauungsdichte und eine städtische Zentralität zu erreichen. Diese wurden anhand der Entstehung eines Systems miteinander verbundener architektonischer Elemente untersucht, die sich in die umgebende Landschaft „ausbreiten“. Ein Verbindungsnetz, das historischen Wegen in einer dichteren Struktur nachempfunden ist, wird zu einem Geflecht aus Strömungen, das ein System gemeinsamer öffentlicher Räume zwischen den Wohngebäuden schafft. Ähnlich wie „Synapsen“, die verschiedene Teile eines Systems miteinander verbinden, erzeugt die Architektur ein ununterbrochenes städtebauliches Muster, das aus einer Abfolge multifunktionaler Umgebungen und „städtischer“ Zellen besteht: neue soziale Treffpunkte. Vielfalt, Aggregation und typologische Flexibilität schaffen die soziale Durchmischung, die für einen neuen Lebensraum notwendig ist, zu dem sich dieser Ort entwickeln soll.
Tapis Volant

Tapis Volant
Montreux
Special Mention
Curzio Pentimalli (IT)
Michael Carlana (IT)
Luca Mezzalira (IT)
Riccardo Sanquerin (IT)
Der schnellste Weg, einen privaten Raum abzugrenzen, ist die Errichtung einer Grenze; je nach Grad ihrer Konkretisierung ist die Unterscheidung zwischen öffentlich und privat mehr oder weniger deutlich. Die Gebäude sind nach dem Vorbild eines Innenhofs konzipiert, doch der Höhenunterschied bewahrt die Intimität – das Markenzeichen dieses Modells – und verändert zugleich dessen räumliche Eigenschaften. Das Ziel besteht nicht darin, ein Projekt oder einen Plan vorzustellen, sondern eine Reihe von Prozessen, die durch die Grundprinzipien des gemeinschaftlichen städtischen Lebens entstehen. Ein Haus, ein Park, eine Stadt. Von der Grenze bis zur Türschwelle ermöglichen diese neu kombinierten Elemente die Unterscheidung verschiedener Arten von Umgebungen und vor allem die Erkenntnis, dass sie einfach und allen gemeinsam bleiben. Innen/Außen wird zu hier/dort.
Ring

Ring
Neuchâtel
Winner
Jean-Claude Frund (CH)
Antonio Gallina (CH)
Pauline Chevrier (FR)
Mariana Forberg (CH)
Damien Mikolajczyk (FR)
Anne Olivieri (CH)
Sabine Wildrath (DE)
Sebastian Claypole (CH)
Patrick Gaudard (CH)
Aufgrund ihrer Lage zwischen See und Bergen erweiterte die Stadt Neuenburg ihr Stadtgebiet zwischen dem 18. und der Mitte des 20. Jahrhunderts durch wiederholte Aufschüttungen am Seeufer. So entstand unter anderem in den 1960er Jahren das Gelände „Jeunes-Rives“. Seit der Landesausstellung liegt dieser Ort brach und sucht nun nach einer neuen Identität. In schlichter Weise versucht das Projekt, den leerstehenden Ort durch die Schaffung eines Rings zu revitalisieren, der einen begrünten Raum offenbart. Als eine Art elastische und imaginäre Membran schließt diese Schleife den Park symbolisch ab und schützt ihn. Drei weitere Maßnahmen in der Stadt ergänzen diese Strategie, indem sie die für die Revitalisierung des Geländes notwendigen städtebaulichen Kontinuitäten herstellen. Der Vorschlag belebt den Ort und wirft ganz allgemein die Frage nach der Definition und Aneignung der Seeufer auf.
Vitus

Vitus
Neuchâtel
Special Mention
Oliver Kaufmann (CH)
Simon Thuner (CH)
Jan Stadelmann (CH)
Christoph Läderach (CH)
Das Projekt sieht die Neugestaltung des ehemaligen Ufers des „Léopold-Robert“-Kais vor. Das lineare Element, das eine Neuinterpretation der Promenade darstellt, wird zu einem charakteristischen Merkmal des Geländes. Die Anordnung der Bäume schafft eine Verbindung zwischen dem See und der Stadt. Die Freiflächen zwischen den Bäumen lassen sich je nach Bedarf anpassen und tragen dazu bei, den Maßstab des Parks zu definieren. Die neuen Universitätsgebäude bilden eine Fortsetzung des Campus und öffnen sich zum Park hin. Das multifunktionale Gebäude am Hafen zeichnet sich durch sein begehbares Dach aus – wie ein zusätzliches Stockwerk. Mit seiner filigranen Tragkonstruktion kann das Gebäude auch als Neuinterpretation der Anordnung der es umgebenden Bäume gesehen werden. Der Mehrzweckkomplex, die Uferpromenade und das von den Bäumen gebildete Muster verleihen den „Jeunes Rives“ ein völlig neues Erscheinungsbild.
Le Fil Rouge

Le Fil Rouge
Nyon
Winner
Alberto Figuccio (CH)
Niccolò Nessi (IT)
Mehdi Aouabed (FR)
Im Anschluss an den Wettbewerb beauftragte die Stadt Nyon das Gewinnerteam, ihr Projekt weiterzuentwickeln und ein Programm sowie Nutzungsarten für das künftige Öko-Quartier Mangette vorzuschlagen. Bereits 2011 wurde ein Lenkungsausschuss eingerichtet, um gemeinsam ein Projekt auszuarbeiten und ein Bild des künftigen Quartiers festzulegen, das die verschiedenen bisher erarbeiteten thematischen Studien zusammenfasst. Im April 2012 wurde das Konzept für das zukünftige Viertel festgelegt. Die Stadtverwaltung genehmigte diese Planung, wodurch der Prozess mit der finanziellen Machbarkeitsstudie fortgesetzt werden konnte. Zu diesem Zweck beauftragte die Stadtverwaltung das Büro IConsulting auf der Grundlage des vom Europan-Team erarbeiteten Quartierplans. Während dieser Phase der finanziellen Machbarkeitsstudie gab es nur wenige Kontakte mit dem Team; der Austausch erfolgte zwischen dem Planungsbüro und der Stadtverwaltung. Im Frühjahr 2013 legte das Büro IConsulting den Bericht zur wirtschaftlichen Machbarkeit vor, in dem alle vom Team vorgesehenen Nutzungen von der Stadtverwaltung beibehalten wurden. Die Finanzstudie wurde daraufhin verlängert, um den prozentualen Anteil der frei verfügbaren Wohnungen im Verhältnis zu den Sozialwohnungen zu ermitteln. Derzeit (Frühjahr 2015) muss die Gemeinde die Finanzstudie des Programms genehmigen und die Nutzungsentscheidungen bestätigen, damit die Umweltstudien vertieft, die Gebäudeanalyse eingeleitet und die begleitenden Maßnahmen in Angriff genommen werden können. Die Gemeinde hat jedoch bereits bestätigt, dass der Bahnhofsstandort Teil. Ziel des Projekts ist es, ein verdichtetes Stadtviertel mit dem Charakter eines Zentrums zu schaffen, die bestehenden Wegeführungen und Gebäude – die die lokale Identität prägen – zu integrieren und so einen starken und funktionalen öffentlichen Raum zu gestalten, der jedes Szenario der Wohnverdichtung bewältigen kann, ohne dabei beeinträchtigt zu werden.
Le 4e Éco-Système

Le 4e Éco-Système
Nyon
Special Mention
Andrea De Matteis (IT)
Roberta Rinaldi (IT)
Paola Sarcolli (IT)
Valentina Pelligrò (IT)
Francesca Vargiù (IT)
Francesco Pergetti (IT)
Rosaba Giannoccaro (IT)
Maria Francesca Tatarella (IT)
Filippo Losi (IT)
Federico Zanf (IT)
Andrea De Matteis (IT)
Das Gelände „Les Plantaz“ bietet perfekte Voraussetzungen, um neue Formen der Interaktion zwischen Natur und Stadt auszuprobieren. Das Vorhandensein von drei Ökosystemen mit spontaner Vegetation ist eine Chance, die natürliche Umwelt zu verbessern und eine nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern. Die Notwendigkeit, den Lebensraum zu stärken und das soziale Leben voranzubringen, stellt eine weitere Herausforderung dar: die Schaffung einer neuen städtischen Umgebung. Die ökologische Dynamik dieser drei Ökosysteme bildet den Rahmen für die Urbanisierung: Die spontane Ausbreitung von Pionierpflanzen gilt als erstes „urbanisierendes“ Instrument. Die Qualität steigt mit dem Grad der Biodiversität und dem ökologischen Reichtum. Es entstehen neue Wohnhäuser und gemeinschaftliche Aktivitäten: Durch das sich entwickelnde Grün werden neue Wege angelegt, um sie miteinander zu verbinden.
Jury
EC
Elena Cogato Lanza
Juryvorsitz
Dozentin
TH
Tim Heide
Architekt
MD
Mario Da Campo
Architekt
FB
Frederic Bonnet
Architekt und Stadtplaner
OS
Ola Söderström
Professorin
FB
Federico Bilò
Architektin
MF
Margarete Frfr. von Lupin
Journalistin
JV
Joris E. Van Wezemael
Professor
HJ
Hubert Jaquier
Stadtplaner und Raumplaner
YI
Yannos Ioannides
ST
Sofie Troch
Architektin
VR
Virginia Rabitsch
GP
Gianluca Parotti
RL
Rudolf Lüscher
Architekt und Stadtplaner